Rolf

Eine bahnbrechende Erfindung für den aktiven Musiker

In den letzten Wochen war ich doch des öfteren in der elektrischen Bucht tätig. Alle Instrumente, die nicht unmittelbar zum Gelingen von DramaGold beitrugen wurden verkauft und im Gegenzug so manche Liebhaberei ersteigert. Aber ob Kauf oder Verkauf – um einen Begriff kommt man in der Bucht nicht herum. Genau! Das sind die »Dings und Dongs«. Alles was irgendwie verkauft wird hat »Dings und Dongs«.

Mal sind Dongs klein, die Dings größer, oder umgekehrt, mal stören die Dings und Dongs die Funktion des Produkts. Mal tragen die Dings & Dongs in Kombination mit Korrossion zur Wertsteigerung bei. Es gibt sogar Fälle in denen beispielsweise einer Gitarre Dings & Dongs auf meisterliche Weise zugeführt werden. Hierzu gibt es Dings & Dongs-Spezialisten die Original-Dings und Dongs dokumentieren und diese einem neuen Instrument zufügen. Man nennt dies dann Relic, Road Woarn, Faded oder was auch immer. Damit soll dem unwissenden Betrachter vorgegaukelt werden, dass der Instrumentalist seit seinem vierten Lebensjahr täglich mit seinem Instrument ins Bett geht, schon mehrere Millionen Stunden geübt hat, jeden Abend in einem total heruntergekommen Blues-Club spielt, sein Instrument raucht und er ab und zu mal mit Keith Richards auf die Kokospalme steigt um Golf zu spielen. Mir geht es aber um kleinen unvermeidlichen Dings und Dongs. Da passt man Jahre lang auf sein geliebtes Instrument auf. Kein Kratzer, keine Schramme und dann eine kleine Unachtsamkeit und schon kann man den Schalltrichter vom Saxofonisten aus den Saiten befreien. Resultat – ein Dong. Das passiert, so ist das Leben! Eine Art von Dings kann man aber mit hundertprozentiger Sicherheit vermeiden! Fiese Schrammen auf der Rückseite eines Instrumentes hervorgerufen von Gürtelschnallen in allen Variationen. Egal welches Instrument man in die Hand nimmt, so bald es vor der Gürtelschnalle hängt ist es vorbei: Kratzer und Schrammen, teilweise der übelsten Sorte – halt Dings und Dongs. Doch damit ist jetzt vorbei. Hier ist sie, meine bahnbrechende Erfindung auf die die Musikerwelt schon immer gewartet hat!

Der links, bzw. rechts schließende Gürtel! Alle herkömlichen Gürtel schließen normalerweise direkt an der vorderen Mitte der Hose oder des Rocks. Meine neu erfundenen Gürtel haben die Schnalle an der Seite. Je nach Lust und Laune kann der Gürtel jetzt in der Nähe des Beckenknochens getragen werden. Das Musikinstrument liegt vorn auf dem Leder oder anderem Material auf und wird somit nicht mehr zerkratzt. Ein weiterer Vorteil ist, daß sich eventuell vorhandene Wohlstandsausbuchtungen nicht mehr zwischen Gütelschnalle und Instrument klemmen können. Wer einmal diese Schmerzen erlebt hat, weiß was ich meine. Zur besseren Veranschaulichung meiner Erfindung habe ich ein Foto meiner geliebten “Maholo Ukulele” beigefügt. Jahrelang tat sie mir treue Dienste. Ihre Klänge erfreuten in Mittelasien so manchen melancholischen Uzbeken (Tournee, irgendwann im letzten Jahrhundert), zauberte ein strahlendes Lächeln ins südliche Afrika (ebenfalls im letzten Jahrhundert), erklangen im fernen Litauen und revolutionierten die traditionelle Country-Music in Alabama.

Ich glaube so war’s – war ja schon im letzten Jahrhundert und erinnere mich nicht mehr so genau. Doch was ist aus diesem wertvollen Instrument geworden? Irreparabel zerstört! Für immer und ewig! Damit ein solches Schicksal Euren heiß geliebten Instrumenten erspart bleibt, könnt Ihr ab sofort eine Bastelanleitung für den instrumentenfreundlichen Gürtel per email auf unserer Homepage bestellen. In diesem Sinne! Be kind to your instruments!

Herzliche Grüße, Rolf.

ukulele

Ferdinand ist weg!

Wer hupt da? Kann sein, dass es sich um eine genervte Fahrdienstleiterin in Ausübung ihrer Familienpflicht im sechzehnten Gründungsjahr der örtlichen Krabbelgruppe handelt. Die logistische Koordination der Karriereplanung der durchschnittlichen 1,25 Nachkommen einer deutschen Familie läßt einen schon mal entnervt zur Hupe greifen. Klavierunterricht, Ballettstunde, Bussiness-Englisch oder einfach nur der direkte Weg zur Suchtklinik! Das Wohl der 1,25 Sprößlinge muss immer erste Priorität haben. Doch handelt es sich nicht um ein klassisches Hupen einer x-beliebigen Blechkarosse. Nein es hat etwas melodisches, etwas archaisches und exotisches im Ton. Nach einem kurzem Fußmarsch konnte ich die Herkunft des Hupens zweifelsfrei bestimmen! Ein Elefant! Genauer gesagt ein indischer Elefant. Seines Zeichen der ganze Stolz und Hauptdarsteller in einem Wanderzirkus, der gleich bei mir in der Nähe gastiert. Ferdinand heißt er, pflegt eine lockere Beziehung zu zwei Kameldamen, die ebenfalls im Zirkus tätig sind. Er führt ein beschauliches Leben! Höhepunkt des Tages ist der abendliche Auftritt vor mehr oder weniger schlecht gefüllten Rängen. Ab zu gibt es Streit mit einem Zebra, aber Essen und Unterkunft sind passabel! Das ist für ein Tier dieser Größe sehr vorteilhaft.

So ging das wohl Tag für Tag, Jahr für Jahr, doch heute Morgen war es mit der beschaulichen Ruhe im Wanderzirkus vorbei. Ferdinand ist weg! Alle Liedermacher, Songwriter oder wie man das sonst noch nennt, sind in einem solchen Moment tief betroffen, handelt es sich bei dieser Geschichte doch um ein klassisches Motiv über das schon abertausende Songs geschrieben wurden: »My Baby is gone« – »Since my baby left me« – »Bye, Bye Baby«, »Rock’n’Roll-Circus«, »Elvis has left the building«…, und schon sind wir wieder bei Ferdinand. Was will der Elefant? Warum hat er sich von den Kameldamen getrennt. Hat Ferdinand eine Band gegründet und tourt jetzt um die Welt. Wird er sein Glück finden. Das ist sind die großen Themen des »Rock’n’Rolls«.

Kennt eigentlich jemand den genialen, leider viel zu früh von uns gegangenen Schweizer Songwriter »Manni Matter«. Er hat sich schon vor über 30 Jahren dem Thema Ferdinand angenommen. Ich zitiere: »Dr Ferdinand isch gstorbe ojeh ojeh ojeh, dr Ferdinand isch gstorbe es tuet mer hütt no weh«. Er sah die Zukunft des Rüsseltiers eher schwarz. Das hat mich sehr nachdenklich gemacht. Kaum hat Ferdinand die selbstbestimmte Freiheit erlangt und schon ist er tot. Nach eingehender Interpretation des schweizerdeutschen Textes konnte ich glücklicherweise feststellen, dass es sich bei dem besungenen Tier nicht um einen Zirkuselefanten handelt, sondern um einen »Moudi«, was ins Dütsche übersetzt »Kater« heißt. Wieder ein klassisches Rock’n’Roll-Thema!

Doch was wird denn nun aus dem Zirkuselefant »Ferdinand«. Ich werde mich der Geschichte annehmen und einen Song über diese stolze Tier schreiben. Begleitet Ferdinand und mich auf seinen Abenteuern.

Doch bis dahin: Eine Band namens »Baby Jail«, ebenfalls aus der Schweiz, weiß nicht nur über »Doubles« Bescheid, sondern kann Euch wichtige Hinweise über den momentanen Verbleib vom Zirkuseleant Ferdinand geben.

Viel Spaß beim Googeln: »Der Zirkuselefant Ferdinand«.

Euer Rolf

ferdinand from Ochi on Vimeo.

Analog im Digital

Eigentlich wollte ich nur mal wieder einen Song schreiben. Also, Gitarre zur Hand, Bleistift und Papier auf den Schreibtisch, die Kaffeemaschine aktiviert und schon kann es losgehen.

Halt! Ich hatte doch so viele Ideen und Songfragmente bereits auf meinem Computer gespeichert. Erstmal nachschauen. Computer anschalten, dann auf die wunderbare Begrüßungsmelodie warten, beobachten wie sich die kleinen Icons – eines nach dem anderen auf dem Desktop versammeln und nun noch den passenden Ordner (Songs 2009) aufmachen und der Kreativität freien Lauf lassen.

»Ihr Computer ist gefährdet. Aktualisieren Sie Ihren Virenschutz«. Wird gemacht! Dauert ja nicht lang. Aha, kann nicht Online gehen. Findet die Internetverbindung nicht. Zugangsdaten überprüfen. In Ordnung. Vielleicht mal meinen Provider anrufen. Nein lieber nicht, habe ich doch gerade einen kreativen Schub. Zum Teufel mit dem Virenschutz, bin eh offline. Wo war doch gleich noch der Ordner mit den Songs. Hier, und wo ist der Song, den ich letzte Woche angefangen habe? Da gibt es siebzehn Versionen davon. Erstmal durchschauen. Einer nach dem anderen. Gefunden. Dann will ich die vielen Versionen besser jetzt archivieren. Ordner Songs alt anlegen! Gemacht. Das Ganze dann auf die externe Festplatte ziehen, man weiß ja nie. Angenommen: Kommt eine Katze durch die offene Terrassentür während ich Kaffee hole und entleert sich über dem Computer – futsch sind die Songs. Kulturgut unwiderruflich ade!

Das Handy klingelt: Ob ich denn nie zu Hause sei? Seit 3 Tagen versucht man mich auf dem Festnetz zu erreichen. Entschuldigung ich habe seit 3 Tagen das Haus nicht verlassen und immer mal wieder auf dem Festnetz raus telefoniert. Sicherheitshalber rufe ich mich mal selbst daheim vom Handy aus auf dem »normalen« Telefon an. Stimmt, das Klingelzeichen ertönt am Handy aber leider nicht vor mir auf dem Festnetz.

Genau, ich hab den Provider gewechselt und deswegen auch die Geschichte mit dem Internet. Aber das lasse ich heute alles Ruhen. Ich will ja nur einen Song schreiben und dazu braucht es eigentlich nur meinen Computer. Doch erst Mal eine Sicherheitskopie auf die externe Festplatte. Sehr wichtig, das ist mir in Fleisch und Blut übergegangen. Da fällt mir ein: Die vielen schönen Erinnerungsfotos! Ich meine die, die nicht mehr vorhanden sind. Der Computer wollte plötzlich nicht mehr hochfahren. Hab’s zig mal versucht. Zum Glück konnte ein guter Bekannter den Rechner wieder funktionsfähig machen. Einfach sieben Mal die Festplatte formatieren, neues Betriebssystem drauf und das Ding lief so schnell wie noch nie. Doch den vielen Fotos traure ich noch heute nach. Die Hälfte konnte ich mit so einer pfiffigen Freeware aus dem Internet wieder herstellen. Merke: Der Computer vergisst nie, meistens. Hat mich zwar einige Tage in Anspruch genommen, aber die Fotos sind wieder da und jetzt auch auf der externen Festplatte.

Endlich Songs schreiben! Erst hole ich mir noch einen Kaffee in der Küche. Eine Katze kommt durch die offene Terrassentüre und pinkelt mir über den Computer. Daten futsch, aber da ist ja noch die externe Festplatte. Diese sollte immer irgendwo anders wie der Rechner gelagert werden – Sicherheitsgründe. Aber wo ist sie? Ab in den Keller. Was macht die Katze eigentlich da? Das Kellerfenster war auf. Und warum knurrt hinter mir ein Hund. Klar. Die Terrassentüre ist auf. Nachbars Hund mag die Katze nicht. Die Katze ist weg. Der Hund knurrt und will Stöckchenholen spielen. Hab aber kein Stöckchen, außerdem wurde mir versichert: »Der tut niemanden was«. Vielleicht tut es ja die externe Festplatte. Braver Hund. Sauber apportiert und schon hetzt er samt Stöckchen äh Festplatte hinter der Katze her. Vielleicht bringt er sie irgendwann zurück. Damit mir so was nie wieder passiert beschließe ich eine 2. externe Festplatte zu kaufen. Bin in einer halben Stunde wieder zurück. Wie die Zeit vergeht. Das Geschäft hatte schon geschlossen. Ich hätte sowieso mit einer zweiten externen Festplatte nichts anfangen können. Die erste hatte der Hund und ohne Computer bin ich sowieso aufgeschmissen. Dann werde ich das Songschreiben verschieben, hab eh keine Lust mehr.
Ein bisschen TV zur Entspannung. Meine Karte im Receiver ist nicht freigeschaltet. Seit wann? Lief doch gestern noch. Anruf bei meinem Provider: Drücken Sie die eins … nein so nicht. Heute Abend schreibe ich noch einen Song und zwar komplett analog. Papier und Bleistift zur Hand, Gitarre auf den Stuhl neben mich. Mein alter analoger Cassetten Recorder auf die andere Seite und ein Musenkuss. Nichts weiter! Und der Rest ist Arbeit.

Gruß. Rolf.